Diskit-Dorf, Nubra-Tal. Ladakh.
Eingeklemmt zwischen zwei Gebirgszügen des Himalaya.
Sanddünen.
Flussbetten.
Berge mit stark zerkratzten Gesichtern. Berge mit einer faszinierenden Topologie. Felsformationen, die das Herz der Erde durchdrangen und bis zum azurblauen Himmel reichten. Und ein Fluss, der ruhig durch sie fließt und seinen eigenen Weg geht. Die Berge werden in zwei verschiedene Gebirgszüge geteilt. Und wenn diese Flüsse trocken sind, sind die Sanddünenbetten für die heutige Welt sichtbar. Zeugnis ablegen für die Welt von gestern.
Auf diesen Flussbetten trieben Händler ihre Kamele mit exotischen Waren. Ich erlebe eine fast körperliche Qual, als ich über die exotischen Güter nachdenke, die auf dem Weg, den ich jetzt gehe, transportiert worden sein müssen. Vielleicht haben wir einen gemeinsamen Fußabdruck im Weltraum gehabt. Aber nicht in der gleichen Zeitzone. In der Physik würde dies bedeuten, dass sich unsere Weltgrenzen niemals kreuzen würden. Wir hatten uns um ein paar Jahrhunderte vermisst, obwohl wir uns an der gleichen Stelle befanden!! Ich hasse diese Gefühle einfach eine Chance verpasst!
Bei aller Feindseligkeit in der Welt sind die politischen Grenzen der Nachbarn zu Hindernissen für den Handel und das Zusammenleben geworden. Und so haben diese Karawanen keinen Platz in der Wirtschaft der Dörfer, die diese Flussbetten säumen.
Wenn die Berge nur sprechen könnten, wenn ich nur die Sprache, die Zeit und die Lust gehabt hätte, hätte ich die Dorfältesten nach den Geschichten fragen können, die sie von ihren Großeltern über diese Handelsrouten gehört hatten, und einen kleinen Einblick in die Welt bekommen können, die hier einst blühte.
Man sagt, Reisen kann erfüllend sein, aber jeder Blick in eine andere Raum-Zeit-Zone macht mich nur wehmütig und quält mich mit all den Dingen, die ich nie sehen kann … Ich glaube, ich brauche einen neuen Satz perspektivischer Korrekturlinsen!
Der komplette Satz hochauflösender Bilder ist in der Himalaya-Landschaftsgalerie von www.jainamishra.com verfügbar
jm
Okt. 2011
Der Beitrag Trampeltiere der zentralasiatischen Seidenstraße – Ladakh erschien zuerst auf Der Kunstblog von WOVENSOULS.COM.






