Kalamkari – bedeutet wörtlich „Stifthandwerk“ [ Kalam = Stift in Urdu], bei dem mit natürlichen Farben auf Stoff gemalt und gedruckt wird.
Stile der Kalamkari-Kunst
Die Kunst ist uralt. In Harappa wurde ein Stück resistent gefärbter Stoff gefunden, und ein Stück aus Akbars Zeit wurde ebenfalls aufgezeichnet. Die Moguln förderten dieses Handwerk und es blühte in der Region Golconda in Südindien auf. Daher sind in einer Gruppe von Kalamkari-Gemälden islamische Motive und persische Einflüsse zu sehen. Das Zentrum war Masulipatnam.
In der benachbarten, von hinduistischen Herrschern regierten Region erfreute sich das Handwerk der Schirmherrschaft von Tempeln und so wurden mythologische Figuren und religiöse Szenen aus den Puaranas, dem Mahabharat und dem Ramayan zum Thema dieser Gemälde. Das Zentrum hierfür ist Srikalahasti.
Kalamkari ist eine Kunstform, die nicht nur in Südindien, sondern auch in Gujarat praktiziert wird. Das Mata-ni-Pachedi, über das bereits früher geschrieben wurde, ist auch Kalamakari.
Der optische Unterschied besteht darin, dass in der Kunst von Gujarat die Motive klein sind und ein Quadratmeter Stoff mit einer großen Anzahl von Szenen und Figuren bedeckt ist.
Kalamkari-Handwerksprozess:
Als Unterlage für das Kunstwerk wird zunächst ein Baumwolltuch vorbereitet.

Verwendung von Eisenacetat zum Erstellen von Umrissen mit einem Stift oder Block oder zum Ausfüllen eines Abschnitts mit Vollflächen

Alle Bereiche, die rot (oder in einer bestimmten Farbe) sein sollen, werden mit einer Alaunlösung überstrichen, die als Beizmittel dient und den Farbstoff auf dem Material fixiert. Die gelblichen Abschnitte sind das mit Beizmittel bedeckte Tuch.

Das Tuch wird nun mit natürlichem Farbstoff – meist aus Rinde, Blüten, Wurzeln oder Mineralien – gekocht

Darüber ist das Gelb aufgemalt. Anschließend wird es für die nächste Stufe vorbereitet. Auf alle Teile, die nicht blau werden, wird Wachs als farbbeständiges Medium aufgetragen. Anschließend wird blauer Farbstoff aufgetragen, der nur von den nicht mit Wachs bedeckten Stellen des Stoffes absorbiert wird.
Klingt einfach und unkompliziert!
Diese Kunst wird heute als dekorative Arbeit praktiziert, wobei die Schirmherrschaft nur noch von Einzelpersonen ausgeübt wird, da es keine organisatorischen Sponsoren mehr gibt.
Die Künstler gehören – wie fast alle textilen Künste Indiens – zu den relativ ärmeren Schichten der Gesellschaft. Es ist daher nicht schwer zu erkennen, warum Migrationen abseits ihrer traditionell angestammten Karrieren stattfinden.
Hoffen wir, dass die Kunst im nächsten Jahrhundert gedeiht und überlebt!
jm
März 2014
Der Beitrag Das Handwerk der Kalamkari in Südindien erschien zuerst auf Der Kunstblog von WOVENSOULS.COM.














